Onlinespiele – virtuelle Welten im Netz
Onlinespiele gab es lange, bevor das Internet seinen Siegeszug als neues Massenmedium antrat. Seit es elektronische Rechner gibt, werden deren grafische Fähigkeiten zu Spielzwecken eingesetzt: Ataris „Pong“ von 1972 gilt hier als Urvater. Mit der Möglichkeit, Rechner untereinander zu vernetzen, entsteht bald ein potenziell größeres und komplexeres Spielfeld für eine weitaus größere Anzahl von Spielern: Online- und Netzwerkspiele, so genannte „Multi User Dungeons“, waren die magischen Worte an englischen und amerikanischen Universitäten gegen Ende der 1970er Jahre.
Die entscheidende Neuerung bei dieser Art von Computerspielen ist, dass die Mitspieler sich nicht mehr unbedingt an einem Ort, vor einem Rechner befinden müssen. Abhängig von der Reichweite des Netzwerks können User in verschiedenen Räumen oder über die ganze Welt verstreut am selben Spiel teilnehmen. Das erste Netwerk-Spiel wurde 1979 an der Universität von Essex entwickelt. Zunächst war „Multi User Dungeon“ (MUD) nur in Universitätsnetzen verfügbar, Mitte der achtziger Jahre konnte es bei CompuServe und CompuNet platziert werden und erhielt enormen Zulauf. Manche dieser komplexen Onlinespiele nach Art von Adventure- und Rollenspielen besitzen keinen fest definiertes Spielende: Hier tritt die Interaktion zwischen den Mitspielern und die Herausbildung sozialer Strukturen in Form so genannter Guilds oder Clans in den Vordergrund – Onlinespiele werden zur Realitätssimulation. Neben diesen „klassischen“ Netzwerk-Spielen ist heute eine Vielzahl anderer Varianten getreten: So bietet heute nahezu jedes kommerzielle Spiel dem Benutzer eine LAN- oder Online-Funktion: Ob Autorennen oder First-Person-Shooter, für jedes Genre findet sich eine Vielzahl Spielbegeisterter Internet-Nutzer, gegen die man im Wettkampf antreten kann.


